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Internationale Tagung in Lyon: „Interspecies Interactions in the Visual Arts (1550-1914). Collaborations, Experimentations, Oppositions“

Vom 21. bis 23. Mai 2025 fand in Lyon ein Symposium statt, bei dem auch Wasserlebewesen eine Rolle spielten. Unter dem Titel „Interspecies Interactions in the Visual Arts (1550-1914). Collaborations, Experimentations, Oppositions“ kamen internationale Expert*innen zusammen, präsentierten ihre tierzentrierte Forschung und diskutierten aktuelle Fragestellungen aus Human-Animal Studies und Kunstgeschichte.

Ein Museumsbesuch im Musée des Beaux-Arts de Lyon, Keynotes zu Beginn und Ende der Tagung sowie zwei Roundtables rahmten die fünf thematischen Panels und befruchteten die inhaltliche Diskussion.

Im Panel zu „Animal Experience and the Production of Knowledge“ war unser TRANSMARE-Mitglied Dorothee Fischer-Kuklau vertreten, die zur Repräsentation aquatischer Tiere und der Wissensproduktion im 18. Jahrhundert referierte.

Mit Fragen zum Verhältnis von Menschen und Wassertieren beschäftigten sich auch die Beiträge von Malou Bozen (zur Fischerei im 17. Jahrhundert) und Nicole Liao (zu früher Unterwasserfotografie im 19. Jahrhundert).

Hier findet sich das gesamte Programm der Veranstaltung:

Vortrag von Arkadiusz Sołtysiak (Warschau)

Am 20. Mai 2025 referierte Arkadiusz Soltysiak im Rahmen des TRANSMARE-Forschungskolloquium. In seinem Vortrag mit Titel „Bioarchaeological evidence of economic and social transformation from the Late Roman to Early Medieval period in Italy and the Eastern Mediterranean“ präsentierte er aktuelle Ergebnisse bioarchäologischer Forschung zur wirtschaftlichen und sozialen Transformation zwischen Spätantike und Frühmittelalter.

Anhand von Isotopenanalysen menschlicher Überreste aus drei Fallstudien – Norditalien, dem unteren Donauraum und dem heutigen Libanon – zeigte er, wie sich Ernährungsmuster, Mobilität und Austauschprozesse in verschiedenen Regionen veränderten. Die Untersuchungen ermöglichen nicht nur Rückschlüsse auf individuelle Lebensweisen, sondern auch auf strukturelle Umbrüche wie Veränderungen in der Nahrungsmittelversorgung und regionale Unterschiede im Konsumverhalten.

Wir danken Herrn Soltysiak für die Einblicke in seine aktuelle Forschung und den interessierten Gästen für die rege Diskussion!

Auftakt der TRANSMARE-Vortragsreihe mit Miguel Ángel Cau Ontiveros (Barcelona)

Mit einem ebenso spannenden wie unterhaltsamen Vortrag eröffnete der Gastvortrag von Prof. Dr. Miguel Ángel Cau Ontiveros (Universitat de Barcelona) am 23. April 2025 die TRANSMARE-Vortragsreihe des Sommersemesters 2025.

Im Zentrum standen neueste archäologische Forschungen auf den Balearen – insbesondere der spektakuläre Fund eines spätantiken Schiffswracks, das nur wenige Meter von einem der beliebtesten Strände Mallorcas (siehe Abb.) entfernt entdeckt wurde. Die Funde und Hintergründe dieser Entdeckung wurden von Prof. Cau mit viel Bild- und Videomaterial anschaulich vorgestellt.

Wir danken Prof. Dr. Miguel Ángel Cau Ontiveros herzlich für die Einblicke sowie diesen gelungenen Start ins Semester und freuen uns auf die kommenden Veranstaltungen der TRANSMARE-Vortragsreihe – als nächstes referiert am 20. Mai Arkadiusz Soltysiak (Warschau).

TRANSMARE-Vorträge im Sommersemester

Wir freuen uns im Rahmen des TRANSMARE-Forschungskolloquiums auch im Sommersemester 2025 wieder international renommierte Wissenschaftler*innen in Trier begrüßen zu dürfen und laden herzlich zu vier öffentlichen Vorträgen ein:

Alle Interessierten sind herzlich willkommen!

Flow: Medienkunst am Domfreihof

Wir freuen uns, dass das TRANSMARE-Institut seit Kurzem im Herzen der Stadt Trier repräsentiert wird: Am Sonntagabend, den 23. März 2025, wurde der »»medienkunstcontainer feierlich am Domfreihof in Trier in Betrieb genommen. Der neue »» medienkunstcontainer trier, ist eine innovative Schaufläche, um zeitgenössische Medienkunst an wechselnden Standorten zu präsentieren. 

Nach zwei kurzen Einführungen der Kuratorin Larissa Wesp und dem Kulturdezernenten Markus Nöhl klang der Abend mit angeregten Gesprächen und heiterer Stimmung im Lichte des Kunstwerks „Flow“ aus. 

Das Kunstwerk „Flow“ ist dem Wasser, insbesondere aber dessen Bewegung gewidmet. Das „Fließen“ und „Strömen“, die Bewegung von Wellen, aber auch die Art von Lebewesen, sich anmutig, mit fließenden Bewegungen im Wasser zu bewegen, hat die beiden Künstler Alexander Wöhler (Hamburg) und Jonas Schöner (Saarbrücken) inspiriert. 

Für die Videoarbeit, die in den folgenden Wochen am Domfreihof zu sehen ist, ist der Künstler Alexander Wöhler dem Wasser in der Umgebung seines Wohnsitzes in Hamburg gefolgt. In Parks und Vorgärten, an Fensterscheiben und in Aquarien hat er die Bewegung des Wassers mit der Kamera eingefangen. Die Aufnahmen, die er zu einer collageartigen Videoarbeit zusammengefasst hat, lenken den Blick auf die sinnlichen und ästhetischen Facetten des Wassers und Alltagsbeobachtungen des Elements in unserer unmittelbaren Umgebung. Die insgesamt fast 14-minütige Videoarbeit lädt zum Verweilen ein – aber auch zum Wiederkommen.

Bis zum 24. April 2025 ist das Werk immer von 19:00-2:00 Uhr sowie von 4.30-7.00 Uhr zu sehen. Ein Besuch nach Dunkelheit wird empfohlen.

Parallel zur Präsentation am Domfreihof erscheinen Studierendenbeiträge des Fachs Kunstgeschichte auf der Website des »»generators.

Weitere Informationen zum Projekt sowie zum Kunstwerk unter: https://generator.uni-trier.de 

Erfolgreiche Verteidigung: Gratulation, Rebecca Kreßner!

Nach dem erfolgreichen Einreichen ihrer Dissertation mit dem Titel „Familien- und Sozialstrukturen in den Gesellschaften an der östlichen Adriaküste in hellenistischer und früher Kaiserzeit“ im vergangenen Jahr, hat unser TRANSMARE-Mitglied Rebecca Kreßner in dieser Woche ihre Disputatio mit Bravour abgelegt. Das Foto zeigt die Doktorandin mit ihrem Doktorvater Frank Daubner bei der anschließenden Feier dieses Meilensteins.

Auch das TRANSMARE-Institut gratuliert herzlich zu diesem Erfolg!

TRANSMARE im TV: arte-Dokumentation „Die Flotte der Römer“

In einer neuen, aufwendigen Dokumentation wird die Bedeutung der römischen Seefahrt umfassend beleuchtet, TRANSMARE-Mitglieder und der 1:1-Nachbau eines römischen Handelsschiffes stehen im Mittelpunkt.

Die Bissula wurde auf Grundlage archäologischer Grabungsbefunde in originalgetreuer Größe rekonstruiert und mithilfe historischer Handwerkstechniken an der Universität Trier nachgebaut. Im Sommer 2023 ging es von der Trierer Bauhalle aus ins Mittelmeer, wo das Schiff unter realen Bedingungen getestet und wertvolle Daten für die Forschung gesammelt wurden. Arte begleitete das Vorhaben und veröffentlicht nun im Februar 2025 das Ergebnis der umfangreichen Dreharbeiten. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse durch Trierer Forschende sowie aktueller archäologischer Forschungen im gesamten Mittelmeerraum wirft die Dokumentation ein neues Licht auf die maritime Infrastruktur und die Seefahrt des Imperium Romanum.

Ergebnis ist ein kurzweiliger und sehenswerter Film, den Sie jetzt hier in der arte-Mediathek ansehen können.

Wir danken allen Beteiligten, vor allem Peter Prestel und seinem Team für die gute Zusammenarbeit und den gelungenen Film!

Vergangene Formate in Film und Fernsehen, die die TRANSMARE-Forschung beleuchten, finden Sie jederzeit hier auf unserer Website:

Jeanne Baret Anschubstipendien: Aktuelle Ausschreibung – Fristende: 15.03.25

Das TRANSMARE-Institut vergibt gemeinsam mit dem Forschungszentrum Europa zweimal jährlich aus Mitteln der Forschungsinitiative Rheinland-Pfalz 2024-2028 im interdisziplinären Verbundprojekt „Maritime Transfers“ aus dem Jeanne Baret-Förderfonds Anschubstipendien für Nachwuchswissenschaftlerinnen, die sich schwerpunktmäßig mit dem maritimen Raum und seinen Akteur*innen beschäftigen.

Gezielt gefördert werden Wissenschaftlerinnen am Übergang zur nächsten Qualifikationsstufe, der häufig mit hohem zeitlichen und finanziellen Druck verbunden ist. Das Stipendium dient der finanziellen Unterstützung in Vorbereitung eines Stipendien- oder Drittmittelantrags zur Förderung der anstehenden wissenschaftlichen Qualifikationsphase. Ziel des Jeanne Baret-Förderfonds ist, angehende (Post-)Doktorandinnen zu unterstützen und dem „Drop-Out“ hochqualifizierter Nachwuchswissenschaftlerinnen entgegenzuwirken.

Die Frist der aktuellen Ausschreibung endet am 15. März 2025.

Weitere Informationen finden sich hier.

Vortrag von Sitta von Reden (Freiburg): Gab es eine maritime Seidenstraße?

Im Rahmen des TRANSMARE-Forschungskolloquiums begrüßten wir am 22. Januar 2025 die renommierte Althistorikerin Prof. Dr. Sitta von Reden von der Universität Freiburg.

Der öffentliche Vortrag zog zahlreiche Interessierte an, sodass der Veranstaltungsraum bis auf den letzten Platz gefüllt war. Unter dem Titel „Gab es eine maritime Seidenstraße? Römische Münzen in Thailand und Vietnam“ präsentierte sie ihre Forschungsergebnisse zu Handelsverbindungen zwischen dem Römischen Reich und Südostasien. Dabei schlug sie eine Rekonstruktion des Mythos der Seidenstraße vor.

Prof. Dr. Helen Rozwadowski zu Gast in Trier

Mitte Januar 2025 durften wir an der Universität Trier die amerikanische Historikerin Prof. Dr. Helen Rozwadowski von der University of Connecticut willkommen heißen. Die international renommierte Expertin für Ocean History besuchte das TRANSMARE-Institut für drei Tage und gab inspierende Impulse im Rahmen des (Post-)Doktorand*innen-Kolloquiums, ihres Abendvortrags und methodischen Diskussionen in interdisziplinärer Runde.

Kolloquium und Buchbesprechung: Vast Expanses im Fokus

Nachdem die Nachwuchswissenschaftler*innen ihre aktuellen Projekte im Kolloquium vorgestellt hatten, stand die Besprechung von Helen Rozwadowskis Publikation Vast Expanses (2019) auf dem Programm. In ihrem Buch beleuchtet Rozwadowski die historischen, kulturellen und politischen Dimensionen der Weltmeere und macht deutlich, wie sie das Verständnis globaler Entwicklungen geprägt haben. Die persönliche Anwesenheit der Autorin ermöglichte es den Teilnehmenden, direkt mit ihr über zentrale Thesen und die Entstehungsgeschichte des Werks zu diskutieren.

Abendvortrag: Visualisierungen der Unterwasserwelt im 19. Jahrhundert

Am Donnerstagabend zog Helen Rozwadowski das Publikum mit ihrem öffentlichen Vortrag „Visualizing the Undersea: Science, Technology and Imagination in Nineteenth-Century Representations“ in ihren Bann. Sie zeigte eindrucksvoll, wie Wissenschaft, Technologie und Imagination im 19. Jahrhundert zusammenwirkten, um die Unterwasserwelt sichtbar und verständlich zu machen. Spannende Einblicke in die damaligen Vorstellungen vom Meer regten zu Diskussionen an.

Round Table: Interdisziplinärer Austausch am Freitag

Der Besuch fand seinen Abschluss in einem interdisziplinären Round Table, bei dem Expert*innen aus verschiedenen Fachbereichen zusammenkamen, um aktuelle Fragestellungen und Diskurse der maritimen Forschung zu beleuchten. Die Diskussionen waren geprägt von einem intensiven Austausch zur Frage nach aktuellen Debatten in den Maritime Studies und der Ocean History.

Wir danken Prof. Dr. Helen Rozwadowski herzlich für ihren Besuch und die bereichernden Impulse.