Institut TRANSMARE — Trierer Institut zur Erforschung des Transfers von Menschen, Gütern und Ideen von der Antike bis zur Gegenwart

 

In dem Forschungsver­bund TRANSMARE haben sich seit 2015 mehr als 21 Wissenschaftler*innen zusam­mengeschlossen, um den mar­iti­men Raum epochenüber­greifend zu erforschen. Aus­ge­hend von den aktuellen Glob­al­isierungs­de­bat­ten, welche nicht nur die Wirtschaft, son­dern zunehmend auch die Wis­senschaft, Kun­st und Kul­tur prä­gen, kann die Analyse mar­itimer Ökonomien zu einem tief­er­en Ver­ständ­nis wirtschaftlich­er, poli­tis­ch­er und kul­tureller Prak­tiken führen. Von der Annahme aus­ge­hend, dass See­verbindun­gen nicht nur Trans­portwege sind, son­dern ‚Orte‘ der kul­turellen Inter­ak­tion, die dem Aus­tausch von Waren, Gütern, Arte­fak­ten und Ideen dienen, lassen sich durch Unter­suchun­gen in der Per­spek­tive langer Dauer wichtige Erken­nt­nisse sowohl für die Gegen­wart als auch für die Zukun­ft gewin­nen. Schon für die Antike kann man Glob­al­isierungsef­fek­te nach­weisen, die auf das Eng­ste mit der inten­siv­en Nutzung von See­verbindun­gen, der immer effek­tiv­eren Trans­portkostenökonomik und dem an Bedeu­tung zunehmenden Trans­port von Men­schen und Waren im großen Stil und über weite Dis­tanzen hin­weg, zusam­men­hän­gen. Ver­fol­gt man dieses Phänomen von der Antike bis zur Gegen­wart, lassen sich höchst inno­v­a­tive Diskurs­felder eröff­nen, die qual­i­ta­tive Ver­fahren des Quel­len­studi­ums mit quan­ti­ta­tiv­en Analy­sev­er­fahren zur ökonomis­chen Entwick­lung kom­binieren.

Der Forschungsver­bund TRANSMARE unter­sucht See­verbindun­gen, welche die Entwick­lung kom­plex­er Wirtschaftssys­teme, den Aus­tausch kul­tureller Prak­tiken sowie die Her­aus­bil­dung glob­aler Wis­sensnet­zw­erke befördern. Die mar­itime Welt bildet den the­ma­tis­chen Trans­fer­rah­men, inner­halb dessen Waren und Güter, tech­nis­che Instru­mente und handw­erk­liche Fähigkeit­en sowie Motive und Geschicht­en getauscht und veräußert wer­den (mar­itime Ökonomie). Seinen method­is­chen Schw­er­punkt hat TRANSMARE in wirtschafts- und kul­turhis­torischen Ver­fahren, die sich nicht kom­ple­men­tär, son­dern ergänzend gegenüber­ste­hen. Eine wichtige Verbindung stellt hier­bei der Ein­satz mar­itimer Tech­nolo­gien dar. Diese wer­den als tech­nol­o­gis­che Inven­tio­nen in his­torisch­er Per­spek­tive unter­sucht und dienen zugle­ich selb­st als Analy­se­in­stru­ment.

Der Unter­suchungsrah­men von TRANSMARE span­nt sich fol­glich von der Antike bis zur Gegen­wart. Berück­sichtigt wer­den See­verbindun­gen des Mit­telmeers, des Schwarzen Meers, der Nord- und Ost­see, der atlantis­chen und paz­i­fis­chen Gebi­ete sowie des Indis­chen Ozeans, die früh zur Aus­bil­dung inter­na­tionaler ‚Han­del­snet­ze’ beitra­gen. An ihnen kön­nen glob­ale Mech­a­nis­men und Sys­teme von langer Dauer aufgezeigt, mar­itime Ökonomien fächerüber­greifend aus­gewiesen und die Mar­itime Stud­ies durch einen method­isch konzisen Ansatz ergänzt wer­den.

Das TRANS­MARE-Insti­tut sieht seine Auf­gabe in der Bün­delung der Forschungsak­tiv­itäten der Fäch­er Alte Geschichte, Mit­te­lal­ter­liche Geschichte, Frühe Neuzeit, Neuere und Neueste Geschichte, Inter­na­tionale Geschichte, Poli­tik­wis­senschaft, Betrieb­swirtschaft sowie Kun­st­geschichte, Griechis­che und Lateinis­che Philolo­gie, Ägyp­tolo­gie, The­olo­gie und Philoso­phie an der Uni­ver­sität Tri­er. Seine Haup­tauf­gaben sind:

- Ini­ti­ierung von Forschung­spro­jek­ten

- Förderung und Vor­bere­itung von Pub­lika­tio­nen, ins­beson­dere im Bere­ich der Forschun­gen zum Trans­fer von Men­schen, Gütern und Ideen von der Antike bis zur Gegen­wart

- Mitwirkung in der Lehre, die auch durch die Beteili­gung von Stu­den­ten und Stu­dentin­nen an den Forschung­spro­jek­ten gefördert wird

- Auf­bau ein­er Forschungs­doku­men­ta­tion (Bib­lio­thek, Dig­i­tale Bib­lio­thek etc.)

- Organ­i­sa­tion von Vorträ­gen und Tagun­gen im Rah­men der Schw­er­punk­te des TRANS­MARE-Insti­tuts

- Beratung wis­senschaftlich inter­essiert­er Stellen und Per­so­n­en in und außer­halb der Uni­ver­sität

- Koor­di­na­tion von Aktiv­itäten inner­halb und außer­halb der Uni­ver­sität im Bere­ich des mar­iti­men Trans­fers von Men­schen, Gütern und Idee in der Per­spek­tive langer Dauer