Vortrag von Luca Scholz (Manchester)

Im Rahmen des TRANSMARE-Forschungskolloquiums begrüßten wir am 19. Januar 2026 Dr. Luca Scholz von der Universität Manchester. Er stelle seine aktuelle historische Forschung zur Diskussion, die sich an der Schnittstelle von Kartografie, Meteorologie und visuellen Wissensordnungen verorten lässt.

Im Zentrum stand die Frage, wie menschliches Wirken in klimatologischen Darstellungen sichtbar gemacht werden kann. Als Fallbeispiel dienten sogenannte Wetterkanonen bzw. das Wetterschießen, eine im 18. und 19. Jahrhundert verbreitete Praxis im Alpenraum, mit der versucht wurde, Hagelstürme abzuwenden. Diese „Eingriffe“ in das Wettergeschehen reagierten auf existenzielle Bedrohungen, da Hagelereignisse wiederholt ganze Ernten zerstörten.

Der Vortrag zeigte anschaulich, wie klimatologische Daten mit archivalischen Quellen abgeglichen werden können, um diese Praktiken historisch einzuordnen und ihre Wahrnehmung zu rekonstruieren. Eine zentrale Rolle spielte dabei die Gegenüberstellung von bildlichen und textlichen Selbstzeugnissen der Wetterschießer mit zeitgenössischen Karten und Visualisierungen von Meteorolog*innen. Die Nähe zu maritimen Fragestellungen, welche häufig ebenfalls vom Wetter und der Atmosphäre bestimmt sind, ermöglichte eine interessante Diskussion mit den TRANSMARE-Mitgliedern. Herzlichen Dank, Herr Dr. Scholz, für Ihren Besuch und den Austausch!