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ultra[marine] – Neue Website der maritimen Kunstgeschichte

Die maritime Kunstgeschichte hat eine neue digitale Heimat: Mit ultra[marine] – Studies in Maritime Art History werden Forschungsprojekte, Publikationen, Veranstaltungen und internationale Kooperationen nun auf einer gemeinsamen Website gebündelt.

Ultra[marine] ist eine Forschungsplattform, die dem Institut für Kunstgeschichte der Universität Trier (Deutschland) angegliedert ist. Sie bringt Wissenschaftler*innen zusammen, die kunsthistorische Forschung zu den Themen Meer, Wasser und allem, was von Wasser beeinflusst wird, betreiben. Mit einem Schwerpunkt auf den Bildwissenschaften der Frühen Neuzeit und der Moderne fungiert ultra[marine] als disziplinäres „Beiboot“ seines „Mutterschiffs“, des in Trier ansässigen TRANSMARE-Instituts zur Erforschung des Transfers von Menschen, Gütern und Ideen von der Antike bis zur Gegenwart.

Die auf der Website vorgestellten Projekte teilen ein gemeinsames Interesse an maritimem Wissen und nautischem Fachwissen, das Künstler*innen und Praktiker*innen durch visuelle Codes in Gemälden, Zeichnungen, Illustrationen und Karten vermitteln. Ultra[marine] nutzt diese digitale Plattform, um etablierte Forschungsnetzwerke, erfolgreiche Einzelprojekte sowie Dissertationen und Abschlussarbeiten von Nachwuchswissenschaftler*innen zu präsentieren. Ziel ist es, die kunsthistorischen Beiträge zum maritimen Forschungsprofil der Universität Trier hervorzuheben.

Der Name ultra[marine] bündelt die vielfältigen maritimen Themen mit denen sich die Gruppenmitglieder beschäftigen. Zugleich verweist er auf das historische Pigment Ultramarin, das aus Lapislazuli gewonnen und über weite Handels- und Transferrouten nach Europa gebracht wurde. Der Name steht damit programmatisch für die Verflechtung von Kunst, Materialität, Mobilität und maritimen Austauschprozessen, die im Zentrum vieler Forschungsprojekte der Gruppe stehen.

Da wir fest davon überzeugt sind, dass der akademische Austausch in Zeiten des zunehmenden Klimawandels und der Bedrohung unserer Ozeane wichtiger denn je ist, laden wir alle interessierten Kunsthistoriker*innen ein, sich uns anzuschließen und ihre eigenen Forschungsarbeiten im Bereich der Blue Art History auf dieser Plattform zu präsentieren!

Hier entlang zur Website: https://ultramarine.uni-trier.de.

Neuer Wissenspodcast der Uni Trier: Auftaktfolge mit TRANSMARE-Mitglied

Mit einem Interview von Prof. Dr. Sebastian Heilmann ist der neue Wissenspodcast der Universität Trier gestartet. Den Auftakt der Reihe bildet ein Gespräch zwischen dem Politikwissenschaftler und Universitätspräsidentin Prof. Dr. Eva Martha Eckkrammer, in dem Heilmann Einblicke in seinen wissenschaftlichen Werdegang, seine Forschung und aktuelle globale Entwicklungen gibt.

Prof. Dr. Sebastian Heilmann zählt zu den führenden deutschen Experten für Wirtschaft und Politik Chinas. Im Podcast berichtet er von seinem ungewöhnlichen akademischen Weg und erläutert, warum er sich bereits früh für die Erforschung Chinas entschied. Dabei schildert er auch, wie er den rasanten wirtschaftlichen und politischen Aufstieg des Landes über Jahrzehnte hinweg aus nächster Nähe beobachten und wissenschaftlich begleiten konnte.

Darüber hinaus widmet sich das Gespräch den gegenwärtigen Verschiebungen im internationalen Machtgefüge. Heilmann ordnet aktuelle Entwicklungen in den chinesisch-westlichen Beziehungen ein und diskutiert die wachsende Bedeutung Chinas für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft weltweit.

Mit dem neuen Wissenspodcast möchte die Universität Trier die Vielfalt ihrer Forschung sichtbar machen und Wissenschaftler*innen der Universität einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen. Dass die Reihe mit einem Mitglied des TRANSMARE-Instituts eröffnet wird, freut uns besonders.

Der Podcast ist über die Kanäle der Universität Trier verfügbar. Feedback und Fragen können an wissen@uni-trier.de oder über den Instagram-Kanal @uni_trier gerichtet werden.

Wir gratulieren Sebastian Heilmann herzlich zur ersten Folge des neuen Formats und wünschen dem Wissenspodcast einen erfolgreichen Start und viele Zuhörer*innen!

Besuch von Dr. Tafsir Martin Johansson von der World Maritime University

Im Juni 2026 besuchte Dr. Tafsir Martin Johansson von der World Maritime University Malmö die Universität Trier. Im Mittelpunkt seines mehrtägigen Aufenthalts stand der interdisziplinäre Austausch zwischen Forschenden und Studierenden verschiedener Disziplinen zu aktuellen Fragestellungen des internationalen Seerechts, der Ozean-Governance sowie der Entwicklung und Regulierung neuer maritimer Technologien.

Den Abschluss des ersten Veranstaltungstages bildete ein öffentlicher Abendworkshop im Rahmen des TRANSMARE-Kolloquiums unter dem Titel „The World Maritime University, Maritime Law and Technology“. Johansson stellte dabei die Arbeit der World Maritime University vor, die sich der internationalen Aus- und Weiterbildung sowie Forschung im maritimen Bereich widmet. Thematisiert wurden dabei besonders die Wechselwirkungen von Wissenschaft, Technologie und Recht sowie die Frage, wie innovative Meeresbeobachtungs- und Datentechnologien dazu beitragen können, den Herausforderungen der sogenannten „Triple Planetary Crisis“ – Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Umweltverschmutzung – zu begegnen. 

Die zahlreichen Gespräche und Diskussionen eröffneten neue Perspektiven für zukünftige Kooperationen zwischen der Universität Trier, TRANSMARE und der World Maritime University. Der Besuch verdeutlichte das Potenzial interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Geschichts-, Rechts- und Sozialwissenschaften. Wir danken besonders Prof. Dr. Birgit Peters (Rechtswissenschaften) sowie Prof. Dr. Thomas Ellwart (Psychologie) für die uniinterne Zusammenarbeit. Ein Dank gilt auch unserem Gast für seinen Besuch und die vielfältigen Impulse, die er in Trier gesetzt hat. Wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen – spätestens beim bereits jetzt für Juni 2027 geplanten Workshop!

Jeanne Baret-Stipendiatin ab Juni 2026: Willkommen an Bord, Dianne Violeta Mausfeld!

Wir freuen uns hiermit unsere neue Jeanne-Baret-Stipendiatin, Dr. Dianne Violeta Mausfeld, am TRANSMARE-Institut begrüßen zu dürfen.

Ihre Forschung bewegt sich an den Schnittstellen von latein- und angloamerikanischer Geschichte, Migrations- und Verflechtungsgeschichte sowie den Digital Humanities. Besondere Schwerpunkte liegen auf der Geschichte und Kultur der mexikanisch-amerikanischen Diaspora, der portugiesischen Migration in den Amerikas und interamerikanischen Verflechtungen. Mit ihrem interdisziplinären Ansatz, der historische Forschung mit Oral History und digitalen Methoden verbindet, eröffnet sie neue Perspektiven auf Mobilität, Identität und kulturellen Austausch in den Amerikas.

Wir wünschen ihr eine inspirierende und produktive Zeit in den kommenden Monaten in Trier!

Digitale Zeitreise: VR & Schiffsmodelle vor der Porta Nigra

Im Rahmen von „Wissenschaft trifft Innenstadt“ konnte TRANSMARE-Forschung aus der Alten Geschichte hautnah erlebt werden: Mehrere physische Schiffsmodelle und eine VR-Anwendung ermöglichten die Besichtigung zahlreicher antiker Handelsschiffe auf dem Porta-Nigra-Vorplatz in der Trierer Innenstadt.

Das Thema „Digitale Zeitreise in den antiken Seehandel: Schiffsnachbauten, Seefahrt und Wirtschaft in der Antike“ war Teil einer mobilen Begegnungsfläche der Initiative „Studier in Trier“, die Studium, Forschung und studentisches Leben mit einem umgebauten Lastenrad direkt auf den Hauptmarkt und den Porta-Nigra-Vorplatz in Trier bringt. Besucher*innen können dort Studiengänge kennenlernen, mit Studierenden sprechen und an Mitmachaktionen teilnehmen.

Wir danken TRANSMARE-Mitglied Katharina Zerzeropulos und ihren Studierenden für den Einsatz!

INAF-Award für maritimes Forschungsprojekt

Wir freuen uns sehr, dass unser TRANSMARE-Mitglied Max Fiederling zu den ersten Geförderten der International Nautical Archaeology Foundation (INAF) zählt.

Die 2024 gegründete Stiftung hat es sich zum Ziel gesetzt, Forschung im Bereich der nautischen Archäologie zu fördern und deren Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Förderprogramm wurde Anfang 2026 erstmals ausgeschrieben und stieß auf große internationale Resonanz. Unter den acht ausgewählten Projekten weltweit wurde auch das Vorhaben von Max Fiederling ausgezeichnet, das den Titel “Tides of Trade: The Urban and Maritime Morphology of Sullecthum — An Ancient North African City at the Intersection of East and West” (Tunesien) trägt. Wir gratulieren!

Das Projekt untersucht die Wechselwirkungen zwischen urbaner Entwicklung und maritimen Strukturen in der antiken Stadt Sullecthum und beleuchtet deren Rolle als Schnittstelle zwischen östlichen und westlichen Handelsräumen. Damit leistet es einen wichtigen Beitrag zum Verständnis maritimer Konnektivität und wirtschaftlicher Netzwerke im Mittelmeerraum. Mehr dazu findet sich hier auf unserer Projektseite.

Maritime Fachsprache im antiken Athen: Vortrag auf der SVAL-Tagung in Cambridge

Mit einem dezidiert maritimen Vortrag war unsere aktuelle Jeanne Baret-Stipendiatin Dr. Eleonora Selvi auf der internationalen Tagung SVAL. Sociolinguistic Variation in Ancient Languages (26.–28. März 2026) in Cambridge vertreten. In ihrem Beitrag “The technical language of Athens’ Naval Inventories: inside the Piraeus’ community of practice” untersuchte sie die Fachsprache der athenischen Flotteninventare aus dem Piräus (5.–4. Jh. v. Chr.) und deren Einbettung in die soziale Praxis maritimer Akteure. Im Zentrum stand die Frage, wie sich diese spezialisierte Terminologie innerhalb einer „community of practice“ herausbildete und als gemeinsames sprachliches Repertoire etablierte. Anhand epigraphischer Quellen zeigte der Vortrag, wie diese Fachsprache nicht nur in administrativen Kontexten der Flottenorganisation Verwendung fand, sondern auch darüber hinaus – etwa in politischen Reden – gezielt eingesetzt wurde, um Zugehörigkeit, Expertise und Autorität zu markieren.

Die Tagung wurde von Dalia Pratali Maffei (Ghent University) und Sólveig Hilmarsdóttir (University of Cambridge) organisiert und durch das Jesus College Cambridge sowie die Faculty of Classics Cambridge unterstützt. Im Fokus der Konferenz standen Fragen sprachlicher Variation und Register in antiken Sprachen, die aus der Perspektive der Third Wave Sociolinguistics diskutiert wurden. Die Veranstaltung bot einen anregenden Rahmen für den internationalen und interdisziplinären Austausch und verdeutlichte eindrucksvoll das Potenzial soziolinguistischer Ansätze für die (maritime) Altertumswissenschaften.

Briefe einer Weltumseglerin von 1817: Aufsatzspublikation zu Rose de Freycinet (1794–1832)

Jüngst ist die erste Publikation unserer aktuellen Jeanne-Baret-Stipendiatin Cassandra Dostert erschienen. Der Aufsatz entstand in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Isabelle Laboulais (Université de Strasbourg) und wurde in den Annales Historiques de la Révolution française veröffentlicht.

Der 22-seitige Beitrag präsentiert eine kritische Ausgabe von drei bislang unveröffentlichten Briefen, die Rose de Freycinet (1794–1832) zu Beginn ihrer Weltumsegelung an Bord der Uranie (1817–1820) verfasste. Den kommentierten Transkriptionen geht eine Analyse der Handlungen von Rose de Freycinet voraus.

Indem sie in Männerkleidung an Bord der von ihrem Ehemann kommandierten Korvette ging, brach die junge Frau mit den geltenden Geschlechternormen. Die hier vorgestellte Fallstudie beleuchtet, wie sich ihre Einschiffung – die Cross-Dressing, Konformismus und normative Zuschreibungen miteinander verband – trotz des äußeren Anscheins innerhalb der Prinzipien bewegte und mit jenen Regeln ausgehandelt wurde, die die Welt der Marineoffiziere im frühen 19. Jahrhundert prägten.

Der Beitrag verbindet damit eine quellenkritische Edition bislang unbekannter Dokumente mit einer Analyse von Geschlechterrollen und sozialen Praktiken im Kontext maritimer Mobilität.

Cassandra Dostert & Isabelle Laboulais, „S’embarquer ou mettre à l’épreuve le genre de la mer. Le cas de Rose de Freycinet en 1817“, in: Annales Historiques de la Révolution française (03.03.2026).

TRANSMARE-Mitglied Christophe Schoetter erhält Nauticus-Preis

Unser TRANSMARE-Mitglied und Doktorand Christophe Schoetter ist mit dem erstmals vergebenen Nauticus-Preis des Lions Club Trier ausgezeichnet worden. Der mit 1.000 € dotierte Preis würdigt herausragende Abschlussarbeiten im Bereich der maritimen Forschung und unterstreicht die Bedeutung dieses Forschungsschwerpunkts am Standort Trier.

Ausgezeichnet wurde Christophe Schoetter für seine Masterarbeit zur maritimen Außenpolitik von Ptolemaios I. Darin nimmt er eine grundlegende Neubewertung des frühen hellenistischen Herrschers vor: Entgegen der bisherigen Forschung, die ihn häufig als defensiv und isolationistisch charakterisierte, zeigt die Arbeit, dass dieser eine gezielte und expansive Seemachtspolitik verfolgte. Damit leistet die Studie einen wichtigen Beitrag zum Verständnis maritimer Strategien in der Antike und der politischen Neuordnung nach dem Tod von Alexander dem Großen.

Die feierliche Preisverleihung mitsamt Kurzvortrag fand am 17. März 2026 statt und wurde durch den Vizepräsidenten des Lions Club Trier, Elmar Blasius, vorgenommen.

Neuerscheinung: „The Attic Empire. The Athenians and their Allies in the Fifth Century“

Druckfrisch liegt nun ein umfassendes Handbuch zur Geschichte des attischen Seebunds – The Attic Empire. The Athenians and their Allies in the Fifth Century – vor, herausgegeben von unseren TRANSMARE-Mitgliedern Frank Daubner, Patrick Reinard und Christian Rollinger.

Die bei De Gruyter Brill erschienene Publikation widmet sich der politischen Formation des Delisch-Attischen Seebunds, der 478 v. Chr. unter Führung Athens gegründet wurde und bis zu seinem Ende im Zuge des Peloponnesischen Krieges die politische Landschaft des 5. Jahrhunderts v. Chr. maßgeblich prägte. Versammelt werden Beiträge eines internationalen Autor*innenkreises für einen systematischen Überblick über zentrale Themenfelder – von literarischen und epigraphischen Quellen über geopolitische Rahmenbedingungen und historische Entwicklungen bis hin zu ökonomischen und politischen Machtstrukturen, gesellschaftlichen und kulturellen Dynamiken sowie den Beziehungen zu externen Akteuren. Auch antike Wahrnehmungen und spätere Rezeptionsweisen des attischen Imperiums werden berücksichtigt.

Mit seinem breiten thematischen Zugriff stellt der etwa 700 Seiten umfassende Band ein maßgebliches Nachschlagewerk für die Altertumswissenschaften dar und bietet zugleich wichtige Impulse für die vergleichende Imperienforschung.

ISBN 9783111019154 | https://doi.org/10.1515/9783111025605

Herausgeber: Frank Daubner, Patrick Reinard und Christian Rollinger

Autor*innen: Sulochana Asirvatham, Matteo Barbato, Christiane Braun, Frank Daubner, Julian Degen, Alberto Esu, Julia Hackhofer, Moritz Hinsch, Hans Kopp, Rebecca Kreßner, Leah Lazar, Polly Low, Kathryn Lomas, Franziska Luppa-Heida, Manolis Manoledakis, Daniela Marchiandi, Manuela Mari, Sabine Müller, Sophie Mills, Maria Osmers, Simone Oppen, Bjørn Paarmann, Frances Pownall, Patrick Reinard, Christian Rollinger, Alexander Rubel, Brian Rutishauser, Julia Wilker, Pascal Warnking, Matteo Zaccarini, Michael Zerjadtke