Eva Bischoff (Trier): „Die Frauenfrage: Zur Rolle weißer Frauen in der deutschen Kolonialbewegung“

Abendvortrag unseres TRANSMARE-Mitglied mit anschließender Diskussion an der Universität Trier

im Rahmen von Recht Feministisch: „Feminismus war gestern?! Vortragsreihe zu Feminismus und (Rechts-)Geschichte“

Der Vortrag untersucht die Rolle weißer, bürgerlicher Frauen im deutschen Kolonialismus am Beispiel des Frauenbunds der Deutschen Kolonialgesellschaft. Im Zentrum steht die Konstruktion der „deutschen Kolonialfrau“ als bevölkerungspolitischer Akteurin kolonialer Herrschaftssicherung. Der Vortrag zeigt, wie kolonialrechtliche Maßnahmen – darunter Eheverbote, die rückwirkende Nichtigerklärung bestehender Ehen durch das Obergericht Deutsch-Südwestafrikas (1907) dazu dienten, Reichsangehörigkeit entlang rassistischer Kategorien zu definieren und weiße Frauen als alleinige Mütter rechtlich legitimer Nachkommen zu positionieren. Diese Rechtspraxis wird in Beziehung gesetzt zur zeitgenössischen bürgerlichen Frauenbewegung, deren Konzept der „Geistigen Mütterlichkeit“ politisches Engagement von Frauen legitimierte und sich mit nationalistischen wie rassistischen Deutungsmustern verschränkte. Der Vortrag leistet damit einen Beitrag zum Verständnis der Verflechtungen von Kolonialrecht, Nationalismus und Frauenbewegung im Deutschen Kaiserreich.

Die Veranstaltung findet hybrid statt. Einen Zoom Link verschicken wir auf Anfrage per Mail: feministischrecht{at}gmail.com

 

Kontakt: Recht Feministisch (feministischrecht@gmail.com)

Anmeldung erforderlich: Nein

Kostenpflichtige Veranstaltung: Nein

Datum

Apr. 29 2026
Vorbei!

Uhrzeit

18:30 - 20:00

Veranstaltungsort

Universität Trier, B16
Universität Trier, B16

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